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30 Jahre Märchenzelt – Eine Geschichte aus Magie, Menschen und Gemeinschaft

Publikum im Märchenzelt Augsburg sitzt um eine Feuerstelle
Inhalt

Wenn aus einer Idee ein kultureller Ort wird

Manche Projekte beginnen als Vision. Andere als Traum. Das Märchenzelt begann als beides.
Was heute ein fester Bestandteil der Augsburger Kulturlandschaft ist, entstand aus einer einfachen, kraftvollen Idee: Geschichten einen Raum geben. Kindern einen Ort schaffen. Fantasie erlebbar machen. Menschen zusammenbringen.
30 Jahre später ist daraus ein lebendiger Kulturraum geworden. Ein Ort, der Generationen verbindet, Erinnerungen schafft und Kultur spürbar macht. Ein Ort, der weit mehr ist als eine Bühne. Ein Ort, der Gemeinschaft geworden ist.

Verwurzelt in Augsburg

Das Märchenzelt ist untrennbar mit Augsburg verbunden. Früh wurde es als kultureller Ort wahrgenommen, begleitet und unterstützt. Die Förderung freier Theaterstrukturen, die kulturpolitische Offenheit der Stadt und das Engagement einzelner Persönlichkeiten haben den Raum geschaffen, in dem das Märchenzelt wachsen konnte.

Ein besonderer Gast der Jubiläumsfeier war der Kulturreferent der Stadt Augsburg, Jürgen Enninger. Sein Antrittsbesuch im Märchenzelt ist bis heute in Erinnerung geblieben. Er war der erste Referent, der das Märchenzelt bereits zweimal besuchte und damit ein klares Zeichen persönlicher Wertschätzung setzte. Als Kulturreferent engagiert er sich nachhaltig für die Förderung freier Theaterstrukturen und schafft damit auch die Grundlage für die finanzielle Unterstützung des Märchenzeltes durch die Stadt Augsburg. Diese Verbindung von kulturpolitischer Verantwortung und persönlicher Nähe prägt das Verhältnis bis heute.

Ebenso verbunden ist das Märchenzelt mit Elke Seidel, der Kulturamtsleitung der Stadt Augsburg und ehemaligen Hausleitung des Kulturhauses Abraxas. In Erinnerung geblieben ist ein kleiner, symbolischer Moment mit großer Wirkung: die Übergabe des Kellerschlüssels. Seitdem kann die nasse Mobilzeltplane dort über Nacht trocknen. Ein Zeichen von Vertrauen, Unterstützung und pragmatischer Hilfe im Alltag kultureller Arbeit.

Mit Ute Legner, der Gründerin des Abraxas und langjährigen Hausleitung, verbindet das Märchenzelt tiefe Dankbarkeit für die Starthilfe, das frühe Wohlwollen und die Begleitung der ersten Jahre. Ohne diese Unterstützung wäre vieles nicht möglich gewesen.

Heute führt Gerald Fiebig als Hausleiter das Kulturhaus Abraxas. Mit offenem Ohr, lösungsorientiertem Denken und konstruktivem Miteinander sorgt er dafür, dass Zusammenarbeit nicht kompliziert, sondern möglich wird.

Das Abraxas als Heimat

Ein Ort prägt eine Idee. Und eine Idee prägt einen Ort. Das Kulturhaus Abraxas ist seit vielen Jahren die Heimat des Märchenzeltes. Bühne, Werkstatt, Treffpunkt, Lager, Proberaum, Rückzugsort und Zentrum zugleich. Hier ist das Märchenzelt gewachsen, gereift und angekommen.

Viele kleine Momente, Begegnungen und Geschichten haben diesen Ort zu mehr gemacht als nur einem Standort. Er ist Teil der Identität des Märchenzeltes geworden.

Rede von Jürgen Enninger im Märchenzelt Augsburg bei der Jubiläumsfeier
Jürgen Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport, Stadt Augsburg

Familie, Freundschaft und Vertrauen als Fundament

Das Märchenzelt lebt nicht von Strukturen, sondern von Beziehungen.

Partnerschaft, Familie, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung sind Teil seines Fundaments. Mitdenken, Mitanpacken, Mittragen, Mitgestalten. Nicht als Pflicht, sondern aus Verbundenheit.

Besonders sichtbar wird das in der engen familiären Zusammenarbeit. Mit den Geschwistern Jörg Fischer und Gabi Schaber entsteht eine besondere Vertrauensqualität, die nicht selbstverständlich ist. Zusammenarbeit auf Augenhöhe, getragen von Verlässlichkeit und Nähe. Ergänzt durch viele helfende Hände aus der Familie, von Stefanie Widera-Fischer bis zu Jonathan Fischer, der beim Transport, Aufbau, Abbau, Netzwerken und Organisieren längst selbstverständlich mitwirkt.

Auch im Privaten trägt diese Verbundenheit. Moni Walk steht seit 15 Jahren mit liebevollem Engagement, Mitdenken, Mitanpacken, Mitbacken, Rat und Rückhalt an der Seite des Märchenzeltes. Nicht nur als Partnerin, sondern als tragende Kraft im Hintergrund.

Was hinter der Bühne entsteht

Das Märchenzelt zeigt sich nach außen als Ort der Magie. Doch Magie entsteht nicht von selbst. 500 Vorstellungen im Jahr. Rund 20.000 Gäste jährlich. Hinter jeder Stunde Vorstellung stehen viele weitere Stunden Arbeit im Hintergrund. Organisation, Büroarbeit, Planung, Logistik, Denkarbeit, künstlerische Entwicklung, Proben, Musikerarbeit, Transport, Materialpflege, Netzwerkarbeit, Kommunikation, Koordination und Infrastruktur.

Lasst uns auch unseren „Holzknecht“ Schorsch Fischhaber und seine fleißige Frau Gabriele würdigen. Jedes einzelne Holzscheit ging durch ihre Hände, beim Spalten wie beim Verpacken. Genau dieses Holz hält im Märchenzelt das magische Feuer am Brennen, das uns alle verbindet.

Seit 2018 wird diese Arbeit getragen von einer ganzen Struktur aus engagierten Menschen. Eine Home-Office-Schreibstube voller Büro-Feen sorgt dafür, dass Organisation, Planung und Koordination funktionieren. Gisela Cordesmanagt das mobile Märchenzelt und die Sondervorstellungen. Gabi Schaber wirkt als Universaltalent zwischen Buchhaltung, Kindergeburtstagen, Webseitenpflege und Mitdenken. Julia Koehler unterstützt wertvoll im Hintergrund.

Was sichtbar ist, ist das Zelt. Was unsichtbar bleibt, ist das System dahinter.

Die Stimmen des Märchenzelts

Das Herz des Märchenzelts sind die Erzählerinnen und Erzähler. Seit 2010 ist ein vielfältiges Team entstanden. Schauspiel, Theater, Improvisation, Puppenspiel, Performance, Musik, Zauberei und Erzählkunst verschmelzen zu einem einzigartigen Programm.

Angelika Schuster, dienstälteste Kollegin, inzwischen im Märchenzelt-Ruhestand, bleibt unvergessen. Mit ihr kamen Impulse zu den Raunächten, zum Erzählen und das Märchen „Der stille Prinz“, das später mit der Band Mandara auf CD erschien. Immer an ihrer Seite: Reinhold, als Chauffeur, Organisationstalent und treue Stütze.

Marina Lötschert begeistert trotz vieler Engagements an Theatern und Filmsets immer wieder das Publikum im Märchenzelt. Das Landratsamt Augsburg würdigte ihre Arbeit mit dem Kunstpreis des Landkreises Augsburg.

Ingrid StrohmayerUte KürzingerSandra ParadaSandra LienhardInc. Reynolds alias Dr. Novestro, Kerstin Becke und Fabio Esposito stehen stellvertretend für die Vielfalt, Professionalität und künstlerische Qualität, die das Märchenzelt prägen.

Jubiläumskuchen im Märchenzelt Augsburg mit Fotoaufdruck zum 30-jährigen Bestehen

Märchen und Musik

Worte allein erzählen nicht alles.

Im Märchenzelt verschmelzen Geschichten mit Klang. Flöten, Trommeln, Percussion, Jazz, Weltmusik und besondere Instrumente werden Teil der Atmosphäre.

Die Klangzauberer von Mandara schufen gemeinsam die CD „Der stille Prinz“. Franz Richter brachte die Hapi ins Märchenzelt. Eric Zwang Ericksson verband Jazz und Erzählkunst auf einzigartige Weise. Njamy Sitson prägt mit seiner Musik und Performance bis heute die Abende im Zelt. Adidja Bawa schuf mit ihrer Labitala-Kitchen kulinarische Erlebnisse, die das Jubiläum auch geschmacklich unvergesslich machten.

Ein Netzwerk aus Kultur

Das Märchenzelt ist kein Einzelprojekt. Es ist Teil eines kulturellen Netzwerks aus Künstlerinnen, Musikern, Theatern, Kulturhäusern, Institutionen und Initiativen. Netzwerken bedeutet hier nicht Marketing. Es bedeutet Beziehungspflege, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Kultur entsteht im Miteinander.

Ein Ort, der wächst

Das Märchenzelt ist kein abgeschlossenes Kapitel. Es entwickelt sich weiter. Neue Künstlergenerationen, neue Formate, neue Ideen und neue Ausdrucksformen entstehen. Das Märchenzelt bleibt lebendig, weil es sich verändert, ohne seine Seele zu verlieren.

Was das Märchenzelt wirklich ist

Nicht nur ein Zelt. Nicht nur ein Veranstaltungsort. Nicht nur ein Projekt. Sondern ein Kulturraum. Ein Begegnungsort. Ein Familienprojekt. Ein Ort der Fantasie. Ein Raum für Kinder. Eine Gemeinschaft. Ein Netzwerk. Ein Zuhause für Geschichten. Ein Stück gelebte Kultur.

Jubiläumsfazit

30 Jahre Märchenzelt sind 30 Jahre Geschichten. 30 Jahre Begegnungen. 30 Jahre Kinderlachen. 30 Jahre Kunst. 30 Jahre Gemeinschaft. 30 Jahre Kulturarbeit. 30 Jahre Fantasie. 30 Jahre Vertrauen. 30 Jahre Leidenschaft.

Und vor allem: 30 Jahre Menschen.

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